Die Lebenshilfe Leverkusen e.V. gedenkt Frau Hildegard Scheunert

Hildegard Scheunert baute ab dem Jahre 1972, zunächst noch im damaligen Rhein-Wupper-Kreis, die Frühförder- und Beratungsstelle auf, aus der unsere heutige Interdisziplinäre Frühförderung (IFF) hervorging. Gleichwohl waren die damaligen Bedingungen mit dem, was man heute unter Frühförderung versteht, kaum vergleichbar. Hier hat Hildegard Scheunert durch ihr großes fachliches wie auch persönliches Engagement Pionierarbeit geleistet.

Das Selbstverständnis, mit einem Kind mit Behinderung in die Öffentlichkeit zu gehen, war damals noch wenig verbreitet. Frühförderung bedeutete zu dieser Zeit, dass auch jugendliche und erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung beraten wurden, die bis dato keinerlei Förderung erhalten hatten. Dementsprechend war der Bedarf groß, die Anzahl der Kinder wuchs und es kamen Mitarbeiterinnen hinzu. Zum Aufbau der Frühförderung gehörte viel Kontaktpflege, Vorstellen in den Kindergärten, bei Ämtern und Kinderärzten. Schon damals war Hildegard Scheunert im besten Sinne dass, was man heute unter einer Netzwerkerin versteht. Stets hatte sie ein offenes Ohr für die Belange der Familien, besonders bei Fragen zur Entwicklung des Kindes.

Zur Hausfrühförderung wurden Spielgruppen initiiert, Wassergewöhnung, Elternabende und Ausflüge durchgeführt. Sie engagierte sich viele Jahre in der Reittherapie. Ihr Hund „arbeitete“ in den Spielgruppen mit. Feste wie Nikolaus und Karneval wurden gefeiert. Daneben mussten auch eine Reihe von Umzügen „gestemmt“ werden, da die Frühförder- und Beratungsstelle aufgrund widriger Umstände mehrfach den Standort wechseln musste. Mit Beginn des Jahres 1993 konnte Hildegard Scheunert schließlich ihren wohlverdienten Ruhestand antreten.

Im Juli 2018 ist Frau Hildegard Scheunert verstorben.

Die Lebenshilfe Leverkusen e. V. wird ihr Andenken in Ehren halten.